In der Praxis beobachten wir manchmal, dass das Verständnis für die ganzheitliche Dimension des Growth Mindsets fehlt. Über oberflächliche Parolen hinaus braucht es dazu auch eine authentische, systemische Implementierung, um Wirkung zu entfalten.
Hier einige der auffälligsten Fallstricke:
- Vorsicht vor "False Growth Mindset": Keine oberflächliche Anwendung. Es reicht nicht, nur Anstrengung zu loben. Es geht darum, effektive Anstrengung, gute Strategien, das Lernen aus Fehlern und das Suchen nach Hilfe zu würdigen. Ein reines "Du schaffst das schon, wenn du mehr anstrengst!" ohne konkrete Unterstützung ist kein echtes Growth Mindset.
- Systemische Verankerung: Ein Growth Mindset bei Einzelnen zu fördern ist gut, aber es entfaltet seine volle Wirkung erst, wenn auch die organisationalen Strukturen, Prozesse (z.B. Leistungsbeurteilung, Beförderung, Zielaushandlung) und die Kultur darauf ausgerichtet sind. Widersprüchliche Signale (z.B. Förderung von Growth Mindset predigen, aber nur kurzfristige Erfolge ohne Fehlertoleranz belohnen) sind kontraproduktiv.
- Kontextabhängigkeit: Die konkrete Ausgestaltung und Förderung von Growth Mindset muss an den jeweiligen Kontext (Branche, Unternehmenskultur, Teamzusammensetzung) angepasst werden. In der Marketingabteilung wird das anders gelebt als in der Produktion.
- Es geht nicht nur um Intelligenz: Das Konzept lässt sich auf alle Arten von Fähigkeiten übertragen – soziale Kompetenzen, Kreativität, emotionale Intelligenz, Führungsfähigkeiten etc.
- Messbarkeit, Training sowie Reflexion: Es gibt zunehmend Ansätze, das Mindset (individuell und organisational) zu messen und gezielte Interventionen und Trainings zu entwickeln, um ein Growth Mindset zu fördern. Als wesentlich sehen wir allerdings den fortlaufenden Austausch darüber und die gemeinsame Weiterentwicklung im Alltag an.