Führung in Transformation = den Wandel konsequent denken
Mir ist deutlich geworden, in wie vielen Transformationsprojekten die Arbeit darin bestand, die vielen Ebenen von Sinn in den Fokus zu rücken.
Nicht, dass mir sinnlose Vorhaben begegnet wären. Im Gegenteil. Die Argumentation zu Analyse und Lösungsvorhaben war in allen Fällen verständlich und nachvollziehbar. Mitunter eher in der Annahme, eine Organisation wie eine Maschine zu reparieren und weniger als dialogische Komplexität zu verstehen. Aber das ist ein anderes Thema.
Zugleich brauchen Betroffene, und das sind die Mitarbeitenden einer Organisation leider oftmals in Transformationsprojekten, Impulse zu mehreren Dimensionen von Sinn.
Sinnerleben ist eine zentrale Zutat im PERMA-Modell in Positive Leadership.
Es lohnt also daran zu denken, dass Menschen diese finden in:
- Individuellem Sinn (Personal Meaning)
- Vision und Mission (Organizational Purpose)
- Sozialem Sinn (sozialer Beitrag und Beziehungen)
- Kulturellem Sinn (Organisationspersönlichkeit und Werte)
- Funktionellem Sinn (Rolle und Ziele)
- Ökonomischem Sinn (Unternehmenserfolg und Kundennutzen)
- Ethischem Sinn
Tiefgreifende Transformationen bedrohen nicht allein das Sicherheitsgefühl. (Das übrigens auch nicht beruhigt wird mit „Niemand muss Angst vor Entlassungen haben.“)
Viel tiefer sorgt sich ein Teil der Menschen eher darum, welche Sinn-Antworten der Vergangenheit nun nicht mehr zählen werden.
Daher braucht es lange und viel Kommunikation.
Vom Top-Management angefangen zur großen und eigentlichen Change-Story bis hinunter an die Werkbänke zu den Auswirkungen auf jeden Einzelnen und bestenfalls den Möglichkeiten, wie sie/er den Wandel mitgestalten kann.
In einem jüngeren Praxisfall erlebe ich die Unwuchten, die daraus entstehen, sich als Führungsteam zu sehr auf eine der Dimensionen in Transformation zu konzentrieren. Dann gibt es zwar gutes Change Management zugleich aber Spannungen, die dauerhaft die ursprüngliche tiefere Absicht des Wandels bedrohen.